Militärgeschichte der Festungsartillerie Sattel

Nach dem Bezug des Reduit-Dispositivs im Jahre 1940 belegte die 6. Division Stellungen vom Sihlgraben über Schindellegi bis zur Rigi und zum Zugersee. Der Kommandant der 6. Division wollte einen Teil seiner Artillerie geschützt in Festungswerken unterbringen lassen.

1940 wurden Projekte im Raum Biberbrücke (Artillerie-Kasemattwerg ENGEBODEN), im Raum Sattel-Morgarten (Artillerie-Kasemattwerk SATTEL) sowie auf der Rigi (Artillerie-Kasemattwerk RIGI) ausgearbeitet. Aus verschiedenen Gründen mochte keines zu befriedigen. Letztendlich wurden die Werke SPITZ, STOCK, VERENA und BARBARA 1941-42 erstellt.

- SPITZ (Schussrichtung Altmatt)

- STOCK (Schussrichtung Ägerital)

- VERENA (Schussrichtung Talkessel von Arth-Goldau)

- BARBARA (Schussrichtung Talkessel von Arth-Goldau)

Bedeutung und Einsatz der Festungsartillerie Sattel

Die vier Werke SPITZ, STOCK, VERENA und BARBARA waren sich mit kleinen Unterschieden sehr ähnlich und alle mit minimaler Infrastruktur ausgerüstet. Die Küchen, der grösste Teil der Munitions-Magazine und die Unterkünfte waren in Baracken ausserhalb der Werke untergebracht. Aussergewöhnlich war die Bewaffnung mit 7,5-cm-Feldkanonen 03/22 L30, die Standard-Geschütze der Feldartillerie zu Beginn des Aktivdienstes. Die Geschütze (Reserve- und Schulgeschütze) wurden in Baracken in Rothenthurm und Sattel gelagert und wären im Ernstfall auf die Hebellafetten in den Werken montiert worden. Die Feuerleitung der Werke SPITZ und STOCK erfolgte vom KP/Flst SATTEL (Eggeli).

Der Bau dieser Werke wurde Ende 1941 begonnen. Die Fertigstellung der Werke SPITZ und STOCK erfolgte vom KP/Flst SATTEL. Nach 1945 wurden die 7,5-cm-Feldkanonen in der Feldartillerie durch 10,5-cm-Geschütze ersetzt.

Von diesem Zeitpunkt an waren die Geschütze inklusive Reserverohr den Werken fest zugeteilt und wurden in den Geschützräumen der Werke gelagert. Die 7,5-cm-Artillerie-Kasemattwerke im Kanton Schwyz leisteten noch Dienst, bis die 7,5-cm-Kanonen bei der Festungsartillerie Anfang der Achtzigerjahre ausgemustert wurden.

Im Jahre 2001 hat die Stiftung Schwyzer Festungswerke das Artillerie-Kasemattwerk A 7347 unterer SPITZ übernommen. Die Werksgruppe Sattel hat in zahllosen Stunden das Werk restauriert, neu elektrifiziert und mit der Original-Ausrüstung und Bewaffnung aus dem Jahr 1942 wieder ausgerüstet. Das Werk unterer SPTIZ ist für geführte Gruppen der Öffentlichkeit zugänglich.

Technische Daten der Festungsartillerie Sattel

Artillerie-Kasematt-Halbwerk oberer SPITZ A 7348

Plan oberer Spitz

Dieses Werk ist vollständig ausgeräumt und nicht zu besichtigen.

Artillerie-Kasematt-Halbwerk unterer SPITZ A 7347

Plan unterer Spitz

Dieses Werk ist voll ausgerüstet und für Führungen gut geeignet.

Artillerie-Kasematt-Halbwerk unterer SPITZ A 7347

Standort: 
Das Artillerie-Kasematt-Halbwerk unterer SPITZ befindet sich in Sattel-Schäfboden

Infrastruktur: 
Das Werk umfasst folgende Räume und Eingänge:

E1 Eingang Süd 
E2 Eingang Nord 
A1 Toilette 
S Motorenraum mit Dieselmotor SMM 
T1 Telefonnische 
F1 Funknische mit Funkgerät 
HG offener HG-Stand ausserhalb Werk 
B Artillerie-Beobachter-Stand mit Beobachter Schartenfernrohr 
MG Maschinengewehr-Stand mit Mg 11 und Lmg 25 
M1/M2 Munitionsmagazine Geschütze 1 und 2 
G1/G2 Geschützräume 1 und 2 V Werkstatt 
Z Batterie-Feuerleitstelle und Telefonzentrale

Bewaffnung: 
2 Feldkanonen 7,5 cm 03/22 L30 
1 Maschinengewehr 11 
1 Leichtes Maschinengewehr 25

FK 03/22

Feldkanone 03/22 L30 auf Hebellafette im unteren SPITZ 

KP/Feuerleitstelle Sattel /Eggeli)A 7360

Die KP-Kaverne wurde ursprünglich als Kommandoposten (KP) der 6. Division geplant. Weil der KP sich als zu klein erwiesen hat, wurde er vom Inf Rgt 26 als KP benutzt. Im Stollen integriert wurde auch die Feuerleitstelle der Artillerie im Raum Sattel, Rothenthurm, Aegerital. Nach dem Aktivdienst benutzte die Festungsabteilung 18 den Stollen als KP.

Infrastruktur: 
1 Motorenraum und Entfeuchter 
2 Unterkunft für sechs Mann 
3 KP/Unterkunft Kommandant 
4 KP-Büro 
5 Technischer Raum/Werkstatt 
6 Feuerleitstelle SPITZ/STOCK 
7 Telefonzentrale 
8 KP-Büro/Unterkunft 
9 Küche/Vorraus 
10 Funknische 
11 Eingang Ost 
12 Eingang West 
13 Toilette 
14 Notausstieg

Die Stiftung Schwyzer Festungswerke konnte 2003 die Anlage A 7360 im Baurecht für einen symbolischen Preis übernehmen und dank einem Sponsor aus Sattel restaurieren und betreiben. Die Anlage A 7360 SATTEL ist für geführte Gruppen der Öffentlichkeit zugänglich.

Plan Feuerleitstelle Sattel

Übersichtsplan der Festungsartillerie Sattel