Militärgeschichte der Sperrstellung Sihlsee

Nach Bezug des Reduits begann die Truppe erneut mit dem Bau von Festungsanlagen, um die Verteidigung des Alpenraumes gewährleisten zu können.

Im Raum Etzel und Sihlsee war die 7. Division eingesetzt. Diese erstellte 1941/42 in erster Priorität die Sperren Etzelpass und Ragenau-Büel. In zweiter Priorität wurden 1942/43 die Sperren Schlagberg, Staumauer und Horgenberg und schliesslich in dritter Priorität die Sihlsee-Sperre sowie die Sperre Alpthal-Schnüerlimatt gebaut.

Die Sihlsee-Sperre als dritte Sperrlinie wurde 1942 geplant und 1943 fertig gestellt. Sie umfasst die beiden Panzerabwehr-Felswerke Ruestel A 7008 mit Aussenbunker, Ruestel See A 7007 und Steinbach A 7010 mit Aussenbunker Steinbach A 7009. Der Aussenbunker im Ruestel musste Ende 2011 dem Bau des neuen Steinbachviaduktes weichen.

Die Sihlsee-Sperre hatte den Auftrag, einen gegnerischen Vorstoss auf und entlang dem Sihlsee auf der West- und Ostseite in Richtung Ibergeregg und Schwyz zu verhindern. Dabei hatten die Felswerke mit ihrem Feuer den See und die Strassen auf der jeweils gegenüberliegenden Seeseite zu sperren. Die Werke hatten ihre Feuertaufe nie zu bestehen. Dennoch dienten sie bis 1994 dem Verteidigungsdispositiv der Reduitbrigarde 24.

Die Stiftung Schwyzer Festungswerke erwarb 2001 die Anlagen Ruestel und Ruestel See. Das Panzerabwehr-Felswerk Ruestel wurde von Mitgliedern des Handwerkervereins Einsiedeln und von Werksgruppenteam-Mitgliedern restauriert und wieder mit den Originalwaffen und dem Originalmaterial aus der Zeit von 1955 armiert und ausgerüstet.

Das Panzerabwehr-Felswerk Steinbach befindet sich in Privatbesitz und ist nicht zu besichtigen. Auch dort sind die Kampfstände mit den Originalwaffen ausgerüstet.

Technische Daten der Sperrstellung Sihlsee

Maschinengewehr-Bunker Ruestel See A 7007

Der Bunker hatte zusammen mit den Infanterieanlagen auf der Abdeckung (betonierte Schützengräben und Schützenstände) die Aufgabe, das Werk Ruestel aussen, sowie die Strasse Willerzell-Euthal im Brückenbereich zu sichern.

Bewaffnung 1943 bis 1960
Eine 24-mm-Panzerbunkerkanone 38/41 (PzBK 38/41)
Ein 7,5-mm-Leichtes-Maschinengewehr 25 (Lmg25)
 
Bewaffnung 1960 - 1994
Ein 7,5-mm-Maschinengewehr 51 (Mg 51)
Ein 7,5-mm-Sturmgewehr 57 mit Schartenlafette (Stg 57)

Panzerabwehr-Felswerk Ruestel A 7008
 
Bewaffnung 1943 - 1955
Eine 4,7-cm-Panzerabwehrkanone 1941 (Pak 41)
Ein 7,5-mm-Maschinengewehr 11 (Mg 11)
Ein 7,5-mm-Maschinengewehr 25 (Lmg 25)
 
Bewaffnung 1955 - 1994
Eine 9-cm-Panzerabwehrkanone 50/57
Ein 7,5-mm-Maschinengewehr 51 (mg 51)
Ein 7,5-mm-Sturmgewehr 57 mit Schartenlafette

Übersichtsplan der Sperrstellung Sihlsee