Stiftung Schwyzer Festungswerke

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Besuchstage der Schwyzer Bunker 2010

- von Marie-Eve Hofmann-Marsy

Auch in diesem Jahr öffnet die Stiftung Schwyzer Festungswerke an fünf verschiedenen Standorten im Kanton erneut die Türen ihrer Bunker und Festungsanlagen zur Besichtigung.

Nach dem grossen Erfolg im letzten Jahr mit rund 1000 interessierten Besuchern öffnet auch diesen Herbst die Stiftung Schwyzer Festungswerke ihre Anlagen, um der breiten Öffentlichkeit diese einmaligen Zeitzeugen der Geschichte, die lange strenger Geheimhaltung unterlagen, näher zu bringen. Alle Festungsanlagen wurden im 2. Weltkrieg als Verteidigungslinie des Reduits erstellt und sind Teile von Sperren und Stützpunkten, die den Vorstoss in die Alpen verhindern sollten. Die Werke wurden von engagierten Fachleuten originalgetreu in den ursprünglichen Zustand versetzt. Die Vielfalt der Ausrüstungen und Waffen ist eine Rarität und umfasst nahezu die gesamte Palette, die je in der Schweiz zum Einsatz gekommen ist.

Alois Mettler KP Selgis

Im Kommandoposten Selgis im Muotathal hören Kinder wie Erwachsene fasziniert den anschaulichen Erklärungen von Werkschef Alo is Mettler zu.

An fünf Standorten im Kanton Schwyz führen engagierte Fachleute durch die originalgetreu ausgerüsteten Festungsanlagen, informieren über die bislang geheime Bedeutung der Werke und zeigen, wie das Innenleben eines Bunkers aussieht, wozu er diente und beantworten gerne Fragen. Zwischen Tuggen und Uznach liegt die «Infanteriefestung Grynau», die als vorgeschobene Stellung den Auftrag hatte, die Linthbrücke bei Grynau zu sperren und zu schützen. Das 1943 fertig gestellte Panzerabwehr-Felswerk zwischen Einsiedeln und Euthal gehört zur «Sperrstellung Sihlsee» und hatte die Aufgabe, einen gegnerischen Vorstoss in Richtung Ibergeregg und Schwyz zu verhindern. In Sattel, in der «Festungsartillerie Sattel» sollte das Artillerie-Kasemattwerk Spitz primär den Kampf um die Sperren im Raum Sattel unterstützen. Zwei der typischen Bunker und Hindernisse der «Sperrlinie Etzel» liegen direkt am Wanderweg ab Bühl in Richtung Etzel, sowie zum Schutz des Etzelpasses bei St. Meinrad. Eine Besonderheit unter den Werken bietet der «Kommandoposten Selgis» im Muothatal. In diesem grossen unterirdischen Kommandoposten sind 13 unter Schutz stehende und einmalige Wandgemälde des Kunstmalers Willi Koch aus dem letzten Weltkrieg zu besichtigen.

Einzeleintritt je nach Werk zwischen 6 und 10 Franken. Da es in den Anlagen das ganze Jahr über 12 Grad kühl ist, sind warme Jacken und festes Schuhwerk empfehlenswert.

Fünf Anlagen zur Besichtigung offen

Samstag, 11. September 2010: «Sperrlinie Etzel»: 10 bis 15 Uhr, Start der Führungen zur vollen Stunde. Treffpunkt beim Restaurant St. Meinrad/Etzel, der Beschilderung folgen. «Festungsartillerie Sattel»: Führungen jeweils um 9 Uhr, 11 Uhr, 13 Uhr und 15 Uhr. Treffpunkt auf dem Parkplatz der Drehgondelbahn Stuckli Rondo in Sattel. «Kommandoposten Selgis»: Führungen um 9 Uhr, 10.30 Uhr, 13 Uhr und 14.30 Uhr. Treffpunkt bei der Bushaltestelle Selgis an der Hauptstrasse Schwyz-Muotathal, 1 km nach der Stoosbahn bei der neuen Holzbrücke. Parkplatz beim Holzplatz, Eingang des Kommandopostens gegenüber.

Samstag, 16. Oktober 2010: «Infanteriefestung Grynau»: 9 bis 15 Uhr, Führungen jede volle Stunde. Treffpunkt vor dem Restaurant Grynau zwischen Tuggen/SZ und Uznach/SG am Linthkanal.

Samstag, 23. Oktober 2010: «Sperrstellung Sihlsee»: 10 bis 15 Uhr, Führungen jede volle Stunde. Treffpunkt vor dem Eingang der Festung, Brückenkopf der hinteren Sihlsee-Brücke bei Einsiedeln auf der Euthaler Seite. Von der Postautostelle Ruostel/Euthal sind es ca. 400 m bis zum Festungswerk.

Weitere Informationen zu den Festungen unter www.schwyzer-festungswerke.ch